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Angst Ist Nicht Alles

Buchbesprechung

Gib Angst keine Chance

"Der Protagonist des Romans,der 12 jährige Miguel,leidet an Epidermolysis bullosa,einer seltenen,schweren erblichen Hautkrankheit.Trotz dieses in jeder Hinsicht belastenden Umstandes versucht der Bub immer wieder positive Perspektiven zu entwickeln.Hin-und hergerissen zwischen der übertriebenen Fürsorge seiner labilen Mutter und den Ermunterungen seiner starken und doch einfühlsamen Tante Shirley gelingt es Miguel schliesslich sich von seinen Ängsten zu befreien........

Clint Adams`gefühlvoll geschriebene Geschichte ist eine Ermutigung Ängste und Vorurteile jeglicher Art zu überwinden und positives Lebensgefühl aufzubauen und somit für Kinder und Erwachsene empfehlenswert!"

--Dr. Gernot Reisner

Ein Probenexzerpt

(Die Übersetzung von Fear Ain't All That durch Birgit Heintz; http://www.heintz-text.de)

KAPITEL 1

„Ob Tante Shirley schon wieder eine neue Frisur hat, was meinst du, Mama?“ fragte ich.

„Du meine Güte, Miguel, ich hoffe nicht. Aber mir kommt´s vor, als ob sie jedes Mal eine neue Frisur hat, wenn wie sich umzieht.“

„Ich find´s irgendwie gut. So kann ich mir immer ausmalen, wie sie wohl das nächste Mal aussieht.“

„Sag auf jeden Fall nichts Unhöfliches, wenn du sie siehst.“

„Mach ich schon nicht, Mama“. Ich stellte mir gerade vor, wie meine Tante wohl mit einer Stachelfrisur und Haaren in Orange und Schwarz aussieht…und schon hatte meine Mutter die Abfahrt in Richtung Süden zum Highway 101 verpasst. „Mama, zum Flughafen geht’s´eigentlich gerade aus.“

„Ich weiß. Doch so kommen wir auch hin.“

„Aber der Flughafen liegt direkt am Highway 101.“

„Der Highway 280 stößt in San Bruno auf den 101er, Miguel. Wir haben noch jede Menge Zeit. Vielleicht hat Shirleys Flug ja auch ein wenig Verspätung. Also kein Grund, sich Sorgen zu machen.“

„Es sieht aber so aus, als ob der 280er ein Umweg ist.“

„Auf dem 101er passieren einfach zu viele Unfälle. Letzte Woche gab´s dort doch eine Massenkarambolage, dabei sind zwei Leute umgekommen, weißt du noch? Schlimm war das. Die Highway 110 ist viel zu gefährlich. Bist du überhaupt angeschnallt? Und ist die Tür auch verriegelt?“

Mama sagt mir jedes Mal, ich soll die Tür verriegeln, wenn ich in einem Auto sitze. Dann, so sagt sie, wirst du bei einem Unfall nicht herausgeschleudert. Mama ist echt gut, wenn´s drum geht an Sachen zu denken, die andere Leute vergessen.

Noch etwa eine Stunde und wir sehen Tante Shirley wieder, das erste Mal seit über einem Jahr. Tante Shirley ist Mamas Schwester, aber sie sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Manchmal kann man sich kaum vorstellen, dass sie überhaupt verwandt sind. Sie schauen sich noch nicht einmal ähnlich. Mama ist 36, groß, blond und blauäugig. Tante Shirley ist 29, ihr Haar ist meistens braun und sie ist ungefähr 1,60. Doch am meisten unterscheiden sie sich in der Art, wie sie leben.

Mama sagt immer, dass Tante Shirley einzigartig und etwas ganz Besonderes ist. Und da hat sie wohl recht. Sie ist nicht nur anders als Mama, sondern auch anders als alle, die ich kenne. Tante Shirley ist die einzige, die mir sagt, dass ich überleben werde.

„Trink dein Wasser, Miguel. Es ist warm und du sollst ja nicht dehydrieren.“

„Wie lange wird Tante Shirley bei uns bleiben, Mama?“

„Vielleicht eine ganze Weile. Sie glaubt, dass Sie bald nach Berkeley ziehen kann, aber schau´n wir mal. Ich weiß nicht, wie sie darauf kommt, dass sie sich dieses Haus leisten kann. Umso bewundernswerter, dass sie es versucht. Es ist sicher lustig sie bei uns zu haben.“

„Ja. Sie ist echt cool.“ Aber Tante Shirley ist mehr als nur cool. Und ich hatte immer davon geträumt, dass sie zu uns in die Bay Area zieht. Mama sagte, ich soll mich nicht zu sehr hinein steigern, doch ich konnte nicht anders. Es war Mitte Juni, ich hatte Ferien und Tante Shirley und ich würden viel Zeit zusammen verbringen. Ich konnte es kaum erwarten. Was wird sie mir als nächstes beibringen? Welche neuen Orte wird sie mir zeigen? Wird sie mir wieder Tipps geben, damit es mir besser geht? Ich hoffe es.